Von den frühen 1980igern bis ans Ende des zweiten Jahrzehnts im ersten Jahrhundert des neuen Jahrtausends

Die Anfänge meiner Araberverrücktheit gehen wohl noch in frühere Jahre zurück, wohl seit ich des Lesens einigermaßen mächtig war. Eines der ersten Bücher das mich faszinierte und das ich permanent immer wieder las, war allerdings die Geschichte eines Trakehnerhengstes "Bento" von Diether Holesch, hier wurde in ausdrucksvoller Sprache und eindrucksvoll bebildert geschildert, wie ein aus Deutschland importierter Junghengst die Herde einer brasilianischen Fazenda -nach dem Niederringen des "Herdenchefs" eines mächtigen Schimmelhengstes in die weiten Grasebenen entführt.

Wenig später hat mich Karl May umfangen -ging ja wohl mehreren Leuten ähnlich -Rih.....

Dazu kam das Pferdeinteresse meines Vaters, der sich Mitte der 1970iger Jahre mit dem Erwerb der ersten Haflingerstuten einen Lebenswunsch erfüllte. Auch ich begann das praktische Pferdeleben mit Haflingern. Dazu gehörte auch mein erster Hengst, der sehr feine und gut ausgebildete Tiroler Haflingerhengst Wotan, Vater von mehr als 200 Nachkommen.

Doch damals war schon klar, "mein" Pferd wird eher ein Blutpferd sein.

In meinen Jugendjahren gab es in meiner Umgebung generell wenig Pferde und noch weniger Araberpferde. Die ersten bewusst wahrgenommenen Araber waren, wie wohl bei einigen anderen auch, die Cirkus Krone Araber.

Später gabs dann versprengte Babolnaaraber -meist Shagyas mit einem hohem VA-Anteil -ein Ibn Galal Sohn in Stadl Paura, ein sehr korrekter Koheilan aus Topolcianky, ein durchschnittlicher nicht rein VA aus der Amurathlinie, der in der Hafloaraberzucht eingesetzt wurde, die eine oder andere Stute dort und da.

In anderen Teilen Österreichs war da schon eine erste kleine Araberszene etabliert. Die VA`s der Edith Mosch --Salam ox etc.

Mit den Jahren kamen dann immer mehr Kontakte zum arabischen Pferd, Pferde die mich eher naja... und andere, die mich wahrhaft enthusiasmierten --Pilarka, später eine im französischen Besitz befindliche spanische Stute mit Jerez u.

Crabbetblut, deren Name mir entfallen ist usw.

Die Gestüts-, Schaubesuche etc. wurden intensiver, die Stellagenreihe mit den einschlägigen Büchern wurde länger.

Es ging von der Theorie in die Praxis!

Große Teile sind ja hier beschrieben. Mein -wie die Salzburger Norikerleute sagen- "Hoaschtroß" (Herzpferd) war sicher Shahir. Er hat über weite Strecken das verkörpert, was ich mir unter einem Araberpferd vorstelle.

Cirka im März dieses Jahres hab ich seinen Sohn Amurath durch tiefen aber leichten Schnee galoppiert, die ersten ein zwei Kilometer ist er ein bisserl gestürmt, aber dann hat er rund geatmet hatte offensichtlichen Spaß dran, sich nur durch Gewichtseinwirkung aufnehmen zu lassen "hoch und gespannt wie eine Feder" zu werden und sich dann wieder zu entspannen. Bei dem Ritt war mir klar, das speichere ich jetzt ab als "Erinnerung ans Reiten".

Ich hab ihn dann noch ein paarmal geritten, einfach um ihn in Beritt zu halten --aber der "letzte Ritt" fand an dem einen Tag statt.

Mein einer Wunsch, Amurath als Shahir Nachfolger zu installieren kam nicht zustande -vielleicht auch gut so.

Amurath scheint mit seinem Schicksal einverstanden zu sein, er wurde im Frühsommer gelegt und ist seit August bei Michi, damit ist gewährleistet, dass sorgsam und korrekt mit ihm umgegangen wird, auf einem Pferdehof in Offenstallhaltung mit mehreren Pferden. Er hat sich gut eingelebt und genießt wie man mir mitteilt, auch die Zuwendung liebeshungriger Stuten.

Julia arbeitet mit Bahjat weiter, die kleine Helene ist da auch immer wieder dabei.

 

Generell bin ich grade so ein bisserl dabei, zu lernen, dass alles seine Zeit hat, vergänglich ist, sich verändert, durchaus auch Neues kommt. Die Geschichte Josef und die Araber fällt in diese Rubrik.

Ein wenig möcht ich mich auch bei allen bedanken, die mich da begleitet, unterstützt haben, mich auch bei denen entschuldigen, denen ich mit meiner Geschichte mitunter fürchterlich auf den Nerv gegangen bin!

 

Gute Tage

Josef

 

 

 

Michi + Shahir am Abreiteplatz

 

Michi + Haydschan "in Eile"